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Hinweise für Rettungsdienste und -leitstellen

Empfehlung des Landesausschusses Rettungsdienst (LARD) in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt (NLGA) Niedersachsen zum Vorgehen und zu Schutz- und Hygienema?nahmen bei der Versorgung/Transport von Patienten mit Verdacht auf Coronavirus-Infektionen (Covid-19) (Stand 02.03.2020).

Zunehmende Infektions- bzw. Erkrankungsf?lle mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) in Deutschland führen auch zu h?ufigeren Hilfeersuchen von Bürgerinnen und Bürgern bei den Rettungsleitstellen und bei schweren Krankheitssymptomen auch zur Disposition von Rettungsmitteln zum Transport in die Klinik. Bei ansonsten gesunden Kindern und Erwachsenen ist mit sehr milden bis milden Verl?ufen zu rechnen, hingegen sind insbesondere ?ltere, abwehrgeschw?chte Menschen und solche mit Grundkrankheiten wie COPD, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und sonstigen kardiovaskul?ren Erkrankungen gef?hrdet. Da detaillierte Risikoeinsch?tzungen in Anh?ngigkeit von dem weiteren Verlauf der Virusausbreitung stetig aktualisiert werden müssen, ist allen Verantwortlichen im Rettungsdienst, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Rettungsleitstellen und im Rettungsdienst zu empfehlen, sich regelm??ig auf der Website des Robert-Koch-Instituts (RKI) über den aktuellen Stand zu informieren.

Grunds?tzliches:

Die Ressourcen des Rettungsdienstes dürfen mit dem Ziel auch langfristig gesicherter Einsatzbereitschaft und Verfügbarkeit von Infektionsschutzmaterialien nur bei entsprechender Indikation und gezielt eingesetzt werden. Ist ein Rettungsdiensteinsatz medizinisch erforderlich, gebührt dem Eigenschutz der Mitarbeiter eine hohe Priorit?t. Dazu sind Tragen der üblichen pers?nlichen Schutzausrüstung und nur bei gegebener Indikation auch die Anwendung zus?tzlicher Infektionsschutzma?nahmen nach der ?Empfehlung des Landesausschusses Rettungsdienst (LARD) in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt Niedersachsen (NLGA) zu Schutz- und Hygienema?nahmen im Rettungsdienst (Stand 13.11.2018) erforderlich. Diese Ma?nahmen sind in der Tabelle 3 der Empfehlung aufgeführt.

W?hrend die durch das SARS-Coronavirus 2002/2003 ausgel?ste Erkrankung ?Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS)“ in die Gruppe hochkontagi?ser Erkrankungen mit Notwendigkeit, eine FFP3-Maske zum Schutz des Einsatzpersonals zu tragen, eingruppiert wurde, sind bei dem jetzigen SARS-CoV-2 Infektionsschutzma?nahmen wie bei Influenzavirus-Infektionen, also auch das Tragen einer FFP2-Maske ausreichend. Um Infektionsschutzmaterialien als wichtige Ressource mit begrenzter Verfügbarkeit zu schonen, müssen nicht indizierte Eins?tze von Rettungsmitteln bei Infektionserkrankungen allgemein und bei Verdacht auf Covid-19-Erkrankung vermieden werden.

Sind Versorgung und Transport eines Covid-19-Patienten notwendig, sollen sich nur die notwendig mit der Versorgung und Begleitung des Patienten befassten Mitarbeiter im Nahbereich des Patienten aufhalten und durch Tragen von Infektionsschutzkleidung und FFP2-Masken gegen die Erregerübertragung durch Tr?pfcheninfektion (Husten/Niesen) schützen. Für Fahrer eines Rettungsmittels l?sst sich in vielen F?llen der direkte Patientenkontakt vermeiden, sodass spezielle Infektionsschutzma?nahmen hier nicht erforderlich sind. Rettungsdiensteins?tze bei gleichzeitigem V. a. eine Covid-19-Erkrankung sind nur indiziert, wenn schwere Krankheitssymptome vorliegen, die rettungsdienstliche Versorgung dringend erfordern. Auch ist der rettungsdienstliche Transport in eine Klinik ist nur dann indiziert, wenn der Zustand des Patienten es erfordert und nicht etwa, weil der Verdacht oder das Vorliegen einer Covid-19-Infektionserkrankung bestehen. Hierdurch wird ggf. eine Weiterverbreitung der Infektion gef?rdert, und es werden rettungsdienstliche und Klinik-Ressourcen unn?tig verbraucht. Daher obliegt der Rettungsleitstelle die wichtige Aufgabe, bei der Notrufabfrage eine Filterung und Eingrenzung der Hilfeersuchen an den Rettungsdienst vorzunehmen (s.u.).

Alle Bürger und insbesondere auch Mitarbeiter im Gesundheitswesen, deren Gesundheit für die qualifizierte Versorgung der Bev?lkerung essentiell ist, sollen folgende Regeln einhalten:

? eine gute H?ndehygiene und Nies-/Husten-Etikette praktizieren, sich m?glichst wenig ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimh?ute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen.

? Abstand halten von Menschen, die sichtbar an einer Atemwegserkrankung leiden, auch wegen der noch laufenden Grippe- und Erk?ltungswelle.

? Massenveranstaltungen etc. meiden.

? Generell bei Infektionserkrankungen nach M?glichkeit zu Hause bleiben.

Prinzipien für die Leitstelle:

? Hilfeersuchen oder Beratungswünsche wegen Symptomen einer Infektion der oberen und/oder unteren Atemwege, die üblicherweise dem Aufgabenbereich der kassen?rztlichen Praxen und Bereitschaftsdienste zufallen, sollen auch bei ge?u?ertem oder begründetet Verdacht des Anrufers auf einen Covid-19-Fall an den ambulanten Versorgungsbereich verwiesen werden. Der Patient soll bis zur telefonischen Arztkonsultation zu Hause verbleiben und Kontakte mit anderen Personen vermeiden. Die Einleitung weiterer Ma?nahmen erfolgt dann in Abh?ngigkeit vom Ergebnis des Telefonats durch den ambulanten ?rztlichen Versorgungsbereich.

? Bestehen Hinweise auf einen schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungszustand bei gleichzeitig ge?u?ertem und/oder aufgrund der infektionsspezifischen Notrufabfrage (siehe Schema unten) bestehendem Verdacht auf einen Covid-19-Fall, ist ein Einsatz des Rettungsdienstes indiziert mit explizitem Hinweis an die Rettungsmittelbesatzung auf den bestehenden Verdacht auf eine Covid-19-Infektionserkrankung. Best?tigt sich am Einsatzort ein begründeter Verdacht oder auch zur differentialdiagnostischen Abkl?rung (siehe Schema unten) zu bringender Covid-19-Fall, ist eine Kontaktaufnahme zum Gesundheitsamt und ggf. der ?rztlichen Leitung Rettungsdienst (?LRD) erforderlich.

? Ist ein rettungsdienstlicher Einsatz aufgrund der Notrufabfrage indiziert, ohne dass h?chste Eile geboten ist und besteht gleichzeitig aufgrund der infektionsspezifischen Notrufabfrage (siehe Schema unten) der Verdacht auf einen Covid-19-Fall, ist vor dem Einsatzauftrag an den Rettungsdienst eine Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt und ggf. der ?LRD angezeigt, um durch diese eine telefonische Abkl?rung herbeizuführen.

Prinzipien für die Rettungsdienstmitarbeiter:

? Infektionsschutzkleidung und -schutzmasken nur bei den im Hygieneplan dazu angegebenen Infektionen einsetzen (sparsamer Ressourceneinsatz).

? Bei einem von der Leitstelle erhaltenen Einsatzauftrag für einen dringlichen, medizinisch notwendigen Transport in die Klinik und gleichzeitig begründetem Verdacht oder auch zur differentialdiagnostischen Abkl?rung (siehe Schema unten) zu bringenden Covid-19-Fall ist immer vor Transportbeginn eine telefonische Kontaktaufnahme mit der zust?ndigen Aufnahmeeinheit der Klinik zur Kl?rung des übergabepunktes in der Klinik und des Weges dorthin erforderlich. Schon vor dem ersten Patientenkontakt Durchführen/Anlegen der Infektionsschutzma?nahmen. Der Patient erh?lt einen Mund-Nase-Schutz.

? Ergibt sich erst im Einsatz ein begründeter Verdacht oder auch zur differentialdiagnostischen Abkl?rung (siehe Schema unten) zu bringender Covid-19-Fall, sind das Gesundheitsamt und die ?LRD - wenn medizinisch vertretbar - noch vor Transportbeginn zu kontaktieren und immer auch die Klinik vorab zu informieren, wie unter dem letzten Punkt beschrieben.

? Es ist damit zu rechnen, dass die als Risikogebiete bezeichneten Regionen im In- und Ausland sich in den n?chsten Wochen ver?ndern, daher sind die entsprechenden Informationen dazu über die Website des RKI aktuell einzuholen.

Schema_Infektionsabfrage ? Bildrechte: NLGA/Landesausschuss Rettungsdienst (LARD)
Schema des RKI zur speziellen Infektionsabfrage bei V. a. ein Coronavirus-Infektion

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