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Gedenkst?tten

Gedenkst?tten für die Opfer des Nationalsozialismus erinnern an Ausgrenzung, Entrechtung und Vernichtung in den Jahren der Diktatur. Sie dokumentieren die Leiden der Menschen, die w?hrend der nationalsozialistischen Herrschaft rassischer oder politischer Verfolgung ausgesetzt waren: Juden, Roma und Sinti, politisch Widerst?ndige, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, Opfer der "Euthanasie", Homosexuelle, Zeugen Jehovas und viele andere mehr. Ein Netz von Erinnerungsorten mit spezifischen Zeugnissen und baulichen Relikten belegt, dass die Verbrechen aus der Mitte der deutschen Gesellschaft geplant und verübt wurden. Gleichzeitig deuten diese St?tten auf Gegenwart und Zukunft: Vor ihrem historischen Hintergrund zeigt sich die Bedeutung von gesellschaftlicher Toleranz und gelebter Zivilcourage, Achtung der Menschenwürde und Einhaltung der Menschenrechte unabh?ngig von Hautfarbe, Religion und politischer überzeugung.

Gedenkst?ttenarbeit ist nicht nur staatliche Aufgabe, sondern auch zivilgesellschaftlicher Auftrag. Seit den achtziger Jahren entstanden neben den vom Land unterhaltenen Gedenkst?tten Bergen-Belsen und Wolfenbüttel zahlreiche von Vereinen, Initiativen und Kommunen getragene Erinnerungsorte. Als erstes deutsches Bundesland hat sich Niedersachsen im Jahre 1990 mit einer einstimmigen Entschlie?ung des Landtags zur Unterstützung dieser regionalen Gedenkst?ttenarbeit verpflichtet (s. Geschichte). Damit hat sich in unserem Bundesland eine vielgestaltige und lebendige Erinnerungslandschaft entwickelt, die nicht zuletzt Jugendgruppen und dem schulischen Geschichtsunterricht für Besuche und Projekte zur Verfügung steht (s. Jugendarbeit). Die neu gegründete Stiftung nieders?chsische Gedenkst?tten hat Aufgaben übernommen, die bislang von der Nieders?chsischen Landeszentrale für politische Bildung geleistet wurden (s. Struktur).

Die nieders?chsische Gedenkst?ttenlandschaft ist im Fluss und erweitert sich kontinuierlich. Als letzte gro?e Neugründung kam die Gedenkst?tte Esterwegen (im Aufbau) hinzu. Der Ausbau des ehemaligen Konzentrations- und Strafgefangenenlagers zur zentralen Gedenkst?tte für die 15 Emslandlager soll 2008 beginnen. Dafür soll eine "Stiftung Gedenkst?tte Esterwegen" gegründet werden.

Die Stiftung Lager Sandbostel wurde im Dezember 2004 gegründet mit dem Auftrag, auf dem Gel?nde des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag X B in Sandbostel eine Dokumentations-, Gedenk- und Begegnungsst?tte zu errichten. Im April 2005 wurden 2,7 ha des ehemals 35 ha gro?en Gel?ndes erworben. Auf dem Areal stehen noch neun historische Baracken. Im September des Jahres 2007 konnte das neue "Dokumentations- und Gedenkst?tte Lager Sandbostel" (DGLS) in einer Baracke auf dem ehemaligen Lagergel?nde er?ffnet werden.

Die Gedenkst?tte Bergen-Belsen übergab im Oktober 2007 ihr Dokumentationszentrum der ?ffentlichkeit. Das neue Ausstellungsgeb?ude enth?lt eine dreiteilige neue Dauerausstellung zur Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen, des Konzentrationslagers Bergen-Belsen und des DP-Camps Bergen-Belsen. Informationen zum Neubau und den Pl?nen zur Umgestaltung des Au?engel?ndes gibt die Internetseite der Gedenkst?tte.

Zusammenstellung und Texte: Michael Pechel, Nieders?chsischer Bildungsserver NiBiS. E-Mail: [email protected]

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