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Hildesheim

Inmitten einer fruchtbaren L?sslandschaft, der Hildesheimer B?rde, errichtete Kaiser Ludwig der Fromme 815 einen Bischofssitz. Die Bisch?fe Bernward (993 bis 1022) und Godehard (1022 bis 1038) machten Hildesheim zu einem kulturellen Zentrum, das weit ausstrahlte. Der ottonische Kirchenbau empfing aus Hildesheim wichtige Impulse, ein eindrucksvolles Vorbild gab z. B. die Klosterkirche St. Michael.

Bei den Versuchen, ihren Herrschaftsbereich, das sogenannte Hochstift, auszuweiten, stie?en die Bisch?fe von Hildesheim aber immer wieder mit den welfischen Herz?gen zu Braunschweig-Lüneburg zusammen. Auch im Innern kam es zu Konflikten mit der Stadt Hildesheim und dem selbstbewussten Stiftsadel. Ganz unterschiedliche Gegens?tze kulminierten 1519 in einem verheerenden Krieg, der Hildesheimer Stiftsfehde. Zun?chst gelang es Bischof Johann und seinen Verbündeten, die Gegner zu besiegen. Das Eingreifen des Kaisers lie? aber im Ergebnis die Herz?ge zu Braunschweig-Lüneburg (Linien Calenberg und Wolfenbüttel) triumphieren; sie teilten 1523 gro?e Gebiete des Hochstifts unter sich auf. Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte fielen so Kirchengüter durch Rechtsspruch in weltlichen Besitz. Erst 1643 wurde das Hochstift Hildesheim in seiner früheren Gr??e wieder hergestellt.

1573 bis 1761 regierten in Hildesheim Bisch?fe aus dem Hause Wittelsbach, Herz?ge zu Bayern, die zugleich dem Erzbistum K?ln vorstanden. Das Hochstift Hildesheim betrachteten sie daher nur als Nebenland. Trotz katholischer Landesherrschaft bekannten sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts alle St?dte, die meisten Edelleute und der gr??te Teil des flachen Landes zum lutherischen Glauben. 1802 wurde das Hochstift s?kularisiert; 1813 annektierte das Kurfürstentum, nachmalige K?nigreich Hannover das Land.

Mit der hannoverschen Verwaltungsreform von 1823 wurde Hildesheim das Zentrum eines Landdrostei-, sp?ter Regierungsbezirks, der das ganze südliche Niedersachsen umschloss. Der intensive Ackerbau der Region erm?glichte eine recht hohe Bev?lkerungsdichte. Im Raum Peine-Salzgitter, in dem früher hildesheimische und braunschweigische Landesteile ineinander griffen, entstand seit Ende des 19. Jahrhunderts mit der Ilseder Hütter, sp?ter der Reichswerke Hermann G?ring (heute Salzgitter AG) eine wichtige Industrieregion. Gerade der Kreis Peine musste allerdings 1974 an den Verwaltungsbezirk Braunschweig abgetreten werden. Dies war nur der Auftakt zu einer v?lligen Neuordnung. 1978 wurde der Regierungsbezirk Hildesheim aufgel?st. Die Gebiete des ehemaligen Hochstifts verteilen sich heute auf die Landkreise Hildesheim, Peine, Goslar und die Stadt Salzgitter.

Hildesheim: St. Michael, Blick ins Querschiff

Hildesheim: St. Michael, Blick ins Querschiff

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