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Hoya/Diepholz

Die flachen, von Mooren durchzogenen Gebiete zwischen mittlerer Weser und Hunte hat die Natur wenig begünstigt. Die wichtigen Herrschaftszentren entstanden an Fluss- und Moorp?ssen: Hoya und Nienburg an der Weser, Diepholz im Moor zwischen Hunte und Dümmer. Um Diepholz konzentrierte seit Mitte des 12. Jahrhunderts ein Edelherrengeschlecht seinen Besitz. In Hoya lie?en sich kurz nach 1200 die Grafen von Stumpenhausen nieder; diese dehnten ihren Einfluss weit nach Westen und Süden aus. Schon im 13. Jahrhundert gliederten sie auch die frühere Grafschaft Nienburg ihrem Herrschaftsbereich ein, im 14. Jahrhundert au?erdem die Grafschaft Bruchhausen. Für die Grafen von Hoya - der Name erscheint zuerst 1202 - war die Weser von entscheidender Bedeutung. Sie unterhielten Zollstellen in Stolzenau, Landesbergen, Nienburg, Hoya, Wetenkamp und Schlieme. Im 13. und 14. Jahrhundert zeichneten sich einige Hoyaer Grafen durch ihr Interesse an deutschsprachiger Literatur aus. In politischer Hinsicht verbanden die Hoyaer sich h?ufig mit den Edelherren von Diepholz; es kam zu zahlreichen Heiraten, nur selten zu Spannungen.

Seit dem 15. Jahrhundert spürten sowohl die Grafen von Hoya als auch die Edelherren von Diepholz immer st?rker den Druck benachbarter Territorialm?chte. Besonders die verschiedenen Linien der Herz?ge zu Braunschweig-Lüneburg bedrohten die Eigenstaatlichkeit kleinerer Herrschaften. 1512 überfielen alle Herz?ge gemeinsam die Grafschaft Hoya; einer von ihnen, der das Bistum Minden innehatte, überzog auch Diepholz mit Krieg. Diesem Druck begegneten Hoya und Diepholz, indem sie den Schutz anderer M?chte suchten. Die Diepholzer lie?en sich 1512 vom Kaiser mit ihrem Land belehnen. 1520 bzw. 1521 trugen Hoya und Diepholz einige ihrer ?mter dem Landgrafen Philipp von Hessen als Lehnsherren auf. Diese Anlehnung begünstigte eine frühe Kirchenreformation; sie begann in Hoya ungef?hr 1525, in Diepholz 1528. Die Diepholzer nahmen 1531 den Grafentitel an. So sicherten beide Familien den Bestand ihrer Territorien.

Die Parallele reicht noch weiter. Fast gleichzeitig starben die Geschlechter aus: die Grafen von Hoya 1582, die Grafen von Diepholz 1585. Die Obergrafschaft Hoya fiel daraufhin an die Linien Calenberg und Wolfenbüttel der Herz?ge von Braunschweig-Lüneburg; die Niedergrafschaft (die ?mter Hoya, Nienburg, Liebenau, Alt- und Neubruchhausen) an die Linie Lüneburg dieses Hauses, die auch die Grafschaft Diepholz einzog. Die ?mter Auburg, Uchte und Freudenberg allerdings mussten aufgrund der erw?hnten Lehnsbindung dem Landgrafen von Hessen einger?umt werden; sie blieben bis 1816 hessisch.

Im 18. und 19. Jahrhundert bildeten Hoya und Diepholz eine Provinz des Kurfürstentums, dann K?nigreichs Hannover mit eigenen, 1863 vereinigten Provinzialst?nden. Das Gebiet der ehemaligen Grafschaften teilen sich heute die Landkreise Diepholz und Nienburg. Wirtschaftlich bestimmt bis heute die Landwirtschaft das Bild. Erw?hnenswert ist die Tierproduktion, daneben die Erd?l- und Erdgasf?rderung im Raum Barnstorf-Diepholz-Barenburg.

Stiftskirche in Bücken

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