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Geschichte Niedersachsens

Niedersachsen ist ein junges Land. Gleichzeitig geh?rt die Region zwischen Ems und Elbe, Küste und Harz zu den traditionsreichsten Regionen Europas. Dieser vermeintliche Widerspruch hat seinen Ursprung in der bis heute bestehenden Vielfalt des Landes. Es war letztlich die britische Besatzungsmacht, die nach dem Zweiten Weltkrieg Ende 1946 ihre Besatzungszone in drei Fl?chenl?nder (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein) und einen Stadtstaat (Hamburg) gliederte. Dabei war die Schaffung Niedersachsens in einigen Landesteilen durchaus umstritten.

Aber, der Reihe nach: Das heutige Niedersachsen ist das Stammland der Sachsen, die sich im Frühen Mittelalter in einer lockeren Stammeskultur organisierten. Legend?r sind die langj?hrigen Auseinandersetzungen zwischen den Franken unter Karl dem Gro?en und den Sachsen unter ihrem Herzog Widukind, der seinen Widerstand gegen die fr?nkische Expansion Ende des achten Jahrhunderts aufgeben musste. Doch die Sachsen behielten eine herausgehobene Position. Herzog Heinrich der L?we fühlte sich im zw?lften Jahrhundert schlie?lich so stark, dass er Kaiser Barbarossa herausforderte – und verlor.

Mit Heinrichs Niederlage zerfiel das Stammesherzogtum Sachsen. Lokale Fürstentümer bildeten sich, die sich über Jahrhunderte auf das heftigste befehdeten. Eine Sonderstellung hatten die Friesen, die auf der Ostfriesischen Halbinsel ihre Eigenst?ndigkeit bewahrten. Unter Napoleon wurde dann allerdings der nordwestliche Teil des heutigen Niedersachsens sogar Frankreich einverleibt. Nach Napoleon wurden 1814 neue Grenzen gezogen. Es entstanden die L?nder Hannover, Oldenburg, Brauschweig und Schaumburg-Lippe. Nach dem Preu?isch-?sterreichischen Krieg 1866 verlor Hannover seine Eigenst?ndigkeit und wurde preu?ische Provinz. In diese Zeit f?llt auch der Gebrauch der Bezeichnung ?Niedersachsen“ für diese Region Deutschlands.

Vor dem Hintergrund jahrhundertelang gelebter Eigenst?ndigkeit in kleineren und kleinsten Staatsgebilden fiel die Gründung Niedersachsens im November 1946 nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. über die vergangenen Jahrzehnte gelang aber das Kunststück, unter Beibehaltung regionaler Identit?t ein gewisses ?Niedersachsengefühl“ zu entwickeln. Unabh?ngigkeitsbestrebungen einzelner Landesteile, die in den 1970er Jahren noch vereinzelt diskutiert wurden, erscheinen heute absurd. Niedersachsen lebt durch seine Vielfalt der Kulturen, Dialekte, Mentalit?ten, Landschaften. Es geh?rt zu den lebendigsten, interessantesten und facettenreichsten L?ndern der Bundesrepublik.


Reiterstein aus Hornhausen (7. Jh.)
Abb. 1: Reiterstein aus Hornhausen (7. Jh.)
Pferdesiegel
Abb. 2: Das Pferd tritt in Siegeln der welfischen Herz?ge erstmals 1361 auf.
Geschichte - Einleitung
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?Geschichte Niedersachsens von Ernst Schubert
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